RSI – der Relative-Stärke-Index, einfach erklärt
Der RSI misst, wie schnell und stark ein Kurs zuletzt gestiegen oder gefallen ist — auf einer Skala von 0 bis 100. So erkennst du, ob ein Markt heissgelaufen (überkauft) oder ausverkauft (überverkauft) ist. Hier verständlich erklärt, mit Grafik und einem echten Bitcoin-Beispiel.
Was ist der RSI?
Der Relative-Stärke-Index (englisch Relative Strength Index) vergleicht die durchschnittlichen Gewinne mit den durchschnittlichen Verlusten der letzten Perioden — meist 14. Daraus entsteht ein Wert zwischen 0 und 100.
Vereinfacht: Ein hoher RSI heisst, der Kurs ist zuletzt fast nur gestiegen (viel Kaufdruck). Ein niedriger RSI heisst, er ist fast nur gefallen (viel Verkaufsdruck). Der RSI sagt also nicht, wohin der Kurs als Nächstes geht — er beschreibt, wie einseitig die jüngste Bewegung war.
So liest du ihn
Über 70 — überkauft: Der Anstieg war sehr steil; eine Verschnaufpause oder Korrektur wird wahrscheinlicher, ist aber kein Muss.
Unter 30 — überverkauft: Der Abverkauf war sehr stark; eine Gegenbewegung wird wahrscheinlicher.
50 — Gleichgewicht zwischen Käufern und Verkäufern.
Divergenz (das Wichtigste): Macht der Kurs ein neues Hoch, der RSI aber ein niedrigeres Hoch, lässt das Momentum nach — ein Warnsignal, obwohl der Kurs noch steigt. Umgekehrt deutet eine Divergenz nach oben oft auf eine Bodenbildung hin.
📈 Fallbeispiel: Bitcoin 2021 — und die ehrliche Kehrseite
Ende 2021 lief der RSI von Bitcoin im Tageschart über Wochen über 70, während der Kurs neue Allzeithochs nahe 69.000 $ markierte — lehrbuchmässig überkauft. Kurz darauf begann eine lange Korrektur. Wer den überkauften RSI als Warnung verstand, war vorgewarnt.
Aber — und das ist entscheidend: 2017 blieb der RSI monatelang überkauft, und der Bitcoin-Kurs stieg trotzdem immer weiter. „Überkauft“ heisst also nicht „verkaufen“. In einem starken Trend kann ein Markt sehr lange überkauft (oder überverkauft) bleiben. Der RSI ist ein Kontext-Werkzeug, kein Auslöser.
Typische Einstellungen
Die Standardeinstellung ist 14 Perioden (so nutzte es Wilder selbst). Kürzere Werte (z. B. 7) machen den RSI nervöser und liefern mehr Signale — auch mehr Fehlsignale. Längere Werte (z. B. 21) glätten ihn. Die 70/30-Grenzen sind Konvention; in starken Trends nutzen manche 80/20, um seltener „überkauft“ zu sehen.
Häufige Fehler & ehrliche Grenzen
- „Überkauft = sofort verkaufen“. Nein — in starken Trends bleibt der RSI lange oben.
- Den RSI allein nutzen. Er wirkt am besten mit einem Trend-Filter (z. B. gleitendem Durchschnitt).
- Divergenzen überbewerten — sie können sich über lange Zeit auflösen, ohne dass die Wende kommt.
- Auf sehr kleinen Zeiteinheiten (1-Minute) ist der RSI stark verrauscht.
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Häufige Fragen
Was bedeutet ein RSI über 70?
Der Markt gilt als überkauft — der jüngste Anstieg war sehr steil. Eine Korrektur wird wahrscheinlicher, ist aber kein sicheres Signal: In starken Trends kann der RSI lange über 70 bleiben.
Was ist ein guter RSI-Wert zum Kaufen?
Es gibt keinen festen Wert — der RSI ist keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Viele beobachten Werte unter 30 (überverkauft) als mögliche Gegenbewegung, aber nur im Zusammenspiel mit Trend und weiteren Faktoren. Keine Finanzberatung.
Welche RSI-Einstellung ist die beste?
Standard sind 14 Perioden. Es gibt kein objektiv bestes Setting — kürzer = mehr (auch falsche) Signale, länger = träger. Teste, was zu deinem Zeithorizont passt.
Was ist eine RSI-Divergenz?
Wenn Kurs und RSI in unterschiedliche Richtungen laufen — z. B. neuer Höchstkurs, aber niedrigerer RSI-Wert. Das deutet auf nachlassendes Momentum hin und gilt als Warnsignal.
Wo kann ich den RSI live sehen?
Im Grid Terminal von AutoGridForge — ein Klick auf Indicators, dann RSI, auf jedem Coin und Zeitrahmen. Kostenlos und read-only.
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AutoGridForge ist ein Werkzeug, keine Finanz-, Anlage- oder Rechtsberatung. Indikatoren beschreiben vergangene Kursbewegungen und sind kein verlässlicher Vorhersagewert. Entscheidungen triffst du eigenverantwortlich; Krypto ist hochriskant.